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49 Örtliche Straßen in Schleifen

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ÖRTLICHE STRASSEN IN SCHLEIFEN
ÖRTLICHE STRASSEN IN SCHLEIFEN


... Nachbarschaften, Hausgruppen, Gemeinschaften von Arbeitsstätten und Hauptstraßen sind mehr oder weniger definiert — LOKALVERKEHRSZONEN (11), IDENTIFIZIERBARE NACHBARSCHAFT (14), PARALLELE STRASSEN (23), HAUSGRUPPE (37), GEMEINSCHAFT VON ARBEITSSTÄTTEN (41). Nun kommen wir zur Anlage der lokalen Straßen.


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Niemand will schnellen Durchgangsverkehr vor seinem Haus.


Durchgangsverkehr ist schnell, lärmerregend und gefährlich. Zugleich aber sind Autos wichtig und können nicht insgesamt aus den Gebieten, wo Leute wohnen, ausgeschlossen werden. Örtliche Straßen müssen die Zufahrt zu den Wohnungen erlauben, jedoch verhindern, dass der Verkehr durchgeht.


Dieses Problem ist nur zu lösen, indem alle Straßen, an denen Wohnungen liegen, als „Schleifen" ausgelegt sind. Wir definieren eine Schleife als Straße in einem Netz, die so liegt, dass kein Weg auf anderen Straßen des Netzes durch eine Fahrt auf der „Schleife" abgekürzt werden kann.


Die Schleifen selbst müssen so beschaffen sein, dass sie große Verkehrsmengen und große Geschwindigkeiten verhindern: das hängt ab von der Gesamtzahl der von der Schleife erschlossenen Wohnungen, von der Straßenoberfläche, vorn Straßenquerschnitt und von der Zahl der Kurven und Ecken. Nach unseren Beobachtungen ist eine Schleife ungefährlich, solange sie weniger als 50 Autos bedient. Bei eineinhalb Autos pro Wohnung erschließt eine Schleife 30 Wohnungen; bei einem Auto pro Wohnung 50; bei einem halben Auto pro Wohnung 100.


Hier ist ein Beispiel eines ganzen Systems von örtlichen Straßenschleifen, entworfen für eine Gemeinde von 1500 Häusern in Peru.


Illustration aus „A Pattern Language“
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Auch ein einfacher Raster kann so geändert werden, dass sich: örtliche Straßenschleifen ergeben.


Illustration aus „A Pattern Language“
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Sackgassen sind nach unserer Definition auch Schleifen. Cul-de-sacs sind aber vom sozialen Standpunkt sehr schlecht — ihre Interaktion ist teilweise erzwungen, und sie vermitteln ein Gefühl der Klaustrophobie, weil es nur eine Einfahrt gibt. Wenn der Autoverkehr eine Sackgasse bildet, muss der Fußgängerweg jedenfalls durchgehen, indem er von einer Richtung in den Cul-de-sac kommt und in der anderen Richtung hinaus-, führt.


Illustration aus „A Pattern Language“
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Beachte auch, dass viele Straßen, die wie Schleifen aussehen, in Wirklichkeit keine sind. Dieser Stadtplan sieht aus als ob er Straßenschleifen hätte. In Wirklichkeit sind nur eine oder zwei dieser Straßen Schleifen im funktionell definierten Sinne.


Illustration aus „A Pattern Language“
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Daraus folgt:


Leg örtliche Straßen in Schleifen an. Eine Schleife wird definiert als Straßenstück, das für Autos, die kein Ziel auf diesem Straßenstück haben, keine Abkürzung darstellt. Keine Schleife darf mehr als 50 Autos versorgen. Halt die Straßen wirklich schmal - 5 m bis 6 m ist genug.


Illustration aus „A Pattern Language“
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Leg alle Kreuzungen zwischen örtlichen Straßen als dreiarmige T-Einmündungen an, nie als vierarmige Kreuzungen — T-KREUZUNGEN (50); wo immer die Möglichkeit besteht, dass Leben aus den Gebäuden zur Straße orientiert wird, gib der Straße eine sehr grobe Oberfläche aus Gras und Kies, mit Pflastersteinen für die Autoräder — GRÜNE STRASSEN (51); verleg das Parken weg von der Straße an Zufahrtswege — KLEINE PARKPLÄTZE (103) und VERBINDUNG ZUM AUTO (113); wenn die Straßen nicht sehr ruhig sind, leg die Fußgängerwege im rechten Winkel zu ihnen, nicht parallel, öffne die Gebäude zu diesen Wegen, nicht zu den Straßen — NETZ VON FUSS- UND FAHRWEGEN (52)

Muster: Städte


1 UNABHÄNGIGE REGIONEN

2 DIE VERTEILUNG DER STÄDTE

3 STADT-LAND-FINGER

4 LANDWIRTSCHAFTSTÄLER

5 MASCHENNETZ VON LANDSTRASSEN

6 KLEINSTÄDTE

7 DAS LAND

8 MOSAIK AUS SUBKULTUREN

9 STREUUNG DER ARBEITSSTÄTTEN

10 DER ZAUBER DER STADT

11 LOKALVERKEHRSZONEN

12 GEMEINDE VON 7000

13 SUBKULTUR-GRENZE

14 IDENTIFIZIERBARE NACHBARSCHAFT

15 NACHBARSCHAFTSGRENZE

16 ÖFFENTLICHES VERKEHRSNETZ

17 RINGSTRASSEN

18 NETZWERK DES LERNENS

19 NETZ DER NAHVERSORGUNG

20 MINI-BUSSE

21 HÖCHSTENS VIER GESCHOSSE

22 NEUN PROZENT PARKPLÄTZE

23 PARALLELE STRASSEN

24 HEILIGE STÄTTEN

25 ZUGANG ZUM WASSER

26 LEBENSZYKLUS

27 MÄNNER UND FRAUEN

28 EXZENTRISCHER KERN

29 RINGE VERSCHIEDENER DICHTE

30 KNOTEN DER AKTIVITÄT

31 PROMENADE

32 EINKAUFSSTRASSE

33 NACHTLEBEN

34 UMSTEIGESTELLE

35 MISCHUNG DER HAUSHALTE

36 ABSTUFUNGEN DER ÖFFENTLICHKEIT

37 HAUSGRUPPE

38 REIHENHÄUSER

39 WOHNHÜGEL

40 ÜBERALL ALTE MENSCHEN

41 GEMEINSCHAFT VON ARBEITSSTÄTTEN

42 INDUSTRIEBAND

43 UNIVERSITÄT ALS OFFENER MARKT

44 LOKALES RATHAUS

45 KRANZ VON GEMEINSCHAFTSPROJEKTEN

46 MARKT MIT VIELEN GESCHÄFTEN

47 GESUNDHEITSZENTRUM

48 WOHNEN DAZWISCHEN

49 ÖRTLICHE STRASSEN IN SCHLEIFEN

50 T-KREUZUNGEN

51 GRÜNE STRASSEN

52 NETZ VON FUSS- UND FAHRWEGEN

53 HAUPTORTE

54 STRASSENÜBERQUERUNG

55 ERHÖHTER GEHWEG

56 RADWEGE UND STÄNDER

57 KINDER IN DER STADT

58 VERGNÜGUNGSPARK

59 RUHIGE HINTERSEITEN

60 ERREICHBARE GRÜNFLÄCHE

61 KLEINE PLÄTZE

62 AUSSICHTSPUNKTE

63 TANZEN AUF DER STRASSE

64 TEICHE UND BÄCHE

65 GEBÄRHÄUSER

66 GEHEILIGTER BODEN

67 GEMEINSCHAFTSFLÄCHEN

68 SPIELEN MIT ANDEREN KINDERN

69 ÖFFENTLICHES ZIMMER IM FREIEN

70 GRABSTÄTTEN

71 STEHENDES WASSER

72 LOKALER SPORT

73 ABENTEUERSPIELPLATZ

74 TIERE

75 DIE FAMILIE

76 HAUS FÜR EINE KLEINFAMILIE

77 HAUS FÜR EIN PAAR

78 HAUS FÜR EINE PERSON

79 DAS EIGENE HEIM

80 SELBSTVERWALTETE WERKSTÄTTEN UND BÜROS

81 KLEINE UNBÜROKRATISCHE DIENSTLEISTUNGEN

82 VERBINDUNG ZWISCHEN BÜROS

83 MEISTER UND LEHRLINGE

84 TEENAGER-GESELLSCHAFT

85 LADENSCHULEN

86 KINDERHAUS

87 GESCHÄFTE IN PRIVATBESITZ

88 STRASSENCAFE

89 LEBENSMITTELGESCHÄFT AN DER ECKE

90 BIERHALLE

91 GASTHOF

92 BUSHALTESTELLE

93 IMBISSSTÄNDE

94 SCHLAFEN IN DER ÖFFENTLICHKEIT