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130 Der Eingangsraum

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DER EINGANGSRAUM
DER EINGANGSRAUM


... Lage und grundlegende Form der Eingänge sind in FAMILIE VON EINGÄNGEN (102), HAUPTEINGANG (110) und ZONE VOR DEM EINGANG (112) festgelegt. Das folgende Muster gibt den Eingängen ihre genaue Form — Gestalt, Körper und Dreidimensionalität..— und hilft dabei, die in VERBINDUNG ZUM AUTO (113) und PRIVATTERRASSE AN DER STRASSE (140) entwickelte Form zu Vervollständigen.


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Beim Betreten oder Verlassen eines Gebäudes braucht man sowohl im Gebäude als auch außerhalb einen Raum zum Durchgehen. Das ist der Eingangsraum.


Wir werden nun sehen, dass es eine Unzahl an Einflüssen gibt, die diese allgemeine Erkenntnis bestätigen. Alle diese Einflüsse, Entwicklungen und Lösungen wurden ursprünglich von Alexander und Poyner in Atoms of Environmental Structure, Ministry of Public Works, Research and Development, SFB Ba4, London 1966, beschrieben. Damals erschien es wichtig, die von '<diesen Einflüssen geprägten Muster jeweils einzeln hervorzuheben. Heute ist aber offenbar klar, dass diese ursprünglichen Muster in Wirklichkeit allesamt Ansichten der größeren und umfassenderen Einheit sind, die wir EINGANGSRAUM (130) nennen.


  1. Das Verhältnis der Fenster zum Eingang

    • Wenn es an der Tür läutet, möchte man vor dem Öffnen der Tür sehen, wer draußen ist.
    • Man will keinen Umweg machen, um zu sehen, wer vor der Tür steht.
    • Wenn es alte Freunde sind, will man ihnen entgegenrufen oder zuwinken

    Aus diesem Grund muss im Eingangsraum ein Fenster - Oder mehrere - sein, das auf dem Weg vorn Familienraum oder von der Küche zur Tür liegt und den Bereich vor der Tür von der Seite her zeigt.


  2. Die Notwendigkeit eines Schutzes vor der Tür

    • Wenn man wartet, will man sich vor Regen, Wind und Kälte schützen.
    • Während man auf das Öffnen der Tür wartet, steht man nah an der Tür.

    Umgib den äußeren Eingangsraum deshalb auf drei Seiten mit Wänden und überdache ihn.


  3. Die Feinheiten beim Verabschieden

    Wenn Gastgeber und Gäste sich voneinander verabschieden, kann das Fehlen eines eindeutigen „Abschiedsbereiches" leicht zu einem endlosen „Nun müssen wir aber wirklich gehen" und zu immer wieder aufflammenden, neuen Gesprächen führen.

    • Wenn sich jemand einmal zum Gehen entschlossen hat, möchte er unverzüglich aufbrechen.
    • Der Aufbruch soll nicht übereilt wirken, deshalb wird nach einem passenden Übergang gesucht.

    Gib dem äußeren Eingangsraum deshalb eine klar definierte Fläche von mindestens 2 Quadratmetern, die sich durch eine natürliche Schwelle - vielleicht ein Geländer, eine niedrige Mauer oder Stufe - vorn Wagen der Besucher abhebt.


  4. Bord nahe dem Eingang

    Wenn man mit einem Paket in der Hand das Haus betritt...

    • versucht man, es nicht auszulassen, es gerade zu halten und nicht auf den Boden zu stellen.
    • Gleichzeitig versucht man beide Hände frei zu bekommen, um in den Taschen nach dem Schlüssel zu suchen.

    Wenn man mit einem Paket das Haus verlässt:

    • Ist man oft mit anderen Dingen beschäftigt und vergisst leicht auf das Paket, das man mitnehmen wollte.

    Diese Probleme lassen sich vermeiden, indem man sowohl innerhalb als auch außerhalb der Tür etwa in Hüfthöhe Borde anbringt; so hat man eine Stelle, wo man Pakete zum Mitnehmen bereitlegen und wo man sie beim Aufsperren abstellen kann.


  5. Innenteil des Eingangsraums

    • Die Höflichkeit gebietet, daß man die Tür weit öffnet, wenn jemand kommt.
    • Die Leute möchten ihr Privatleben nicht preisgeben.
    • Wenn die Familie zusammensitzt, sich unterhält oder bei Tisch ist, will sie dabei nicht durch einen unerwarteten Besucher gestört oder unterbrochen werden.

    Leg den inneren Eingangsraum zickzackförmig oder mit versperrter Aussicht an, so dass jemand, der an der Schwelle der offenen Tür steht, weder in einen der Innenräume — außer in den Eingangsraum selbst, noch durch die Türen der Räume sehen kann.


  6. Mäntel, Schuhe, Kinderfahrräder ...

    • Schmutzige Stiefel müssen irgendwo ausgezogen werden.
    • Zum Ausziehen des Mantels braucht man einen freien Raum von anderthalb Metern Durchmesser.
    • Die Leute stellen Kinderwagen, Fahrräder und andere Dinge ins Haus hinein, um sie vor Diebstahl und Nässe zu schützen; und Kinder lassen gern ihre Sachen — Räder, Puppenwagen, Rollschuhe, Dreiräder, Schaufeln, Bälle — in der Nähe .der Tür, die sie am meisten benützen.

    Nütz daher im Eingangsraum ein totes Eck als Abstellraum, Stell Kleiderständer so auf, dass sie von der Eingangstür aus gesehen werden, und laß um die Kleiderständer eine Fläche von anderthalb Metern Durchmesser frei.



Daraus folgt:


Schaff am Haupteingang des Gebäudes einen hellen Raum, der den Eingang klar hervorhebt und das Gebäudeinnere mit dem Äußeren verbindet, indem er teilweise drinnen und teilweise draußen liegt. Der äußere Teil könnte wie eine altmodische Veranda aussehen, der innere Eingang wie eine Halle oder ein Wohnzimmer.


Illustration aus „A Pattern Language“
Illustration aus „A Pattern Language“


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Sorg dafür, dass die bauliche Beschaffenheit des Eingangs-teils, der auf die Straße oder in den Garten hinausragt, möglichst der FAMILIE VON EINGÄNGEN (102) entlang der Straße entspricht; mach daraus, wenn es passt, eine Veranda - DIE GALERIE RUNDHERUM (166); und füg eine Bank oder einen Sitzplatz hinzu, damit die Leute dem Treiben auf der Straße zusehen oder auf jemanden warten können - BANK VOR DER TÜR (242). Was den inneren Teil des Eingangsraums betrifft, so sorg vor allem dafür, dass er von zwei oder sogar drei Seiten Licht bekommt, damit das Gebäude gleich beim Betreten einen freundlichen Eindruck macht - WECHSEL VON HELL UND DUNKEL (135), LICHT VON ZWEI SEITEN IN JEDEM RAUM (159). Bau in der Eingangstür selbst Fenster ein - SOLIDE TÜREN MIT GAS (237). Füg EINGEBAUTE SITZBÄNKE (202) hinzu und gestalte den Räum so, dass er Teil von MEHREREN SITZPLÄTZEN (142) ist; sieh ein BORD IN HÜFTHÖHE (201) für Pakete vor. Was die allgemeine Gestalt und den Bau des Eingangsraums betrifft, beginn mit DIE FORM DES INNENRAUMS (191)

Muster: Gebäude


95. GEBÄUDEKOMPLEX

96. ANZAHL DER STOCKWERKE

97. ABGESCHIRMTES PARKEN

98. ORIENTIERUNG DURCH BEREICHE

99. HAUPTGEBÄUDE

100. FUSSGÄNGERSTRASSE

101. PASSAGE DURCHS GEBÄUDE

102. FAMILIE VON EINGÄNGEN

103. KLEINE PARKPLÄTZE

104. VERBESSERUNG DES BAUPLATZES

105. AUSSENRAUM NACH SÜDEN

106. POSITIVER AUSSENRAUM

107. GEBÄUDEFLÜGEL MIT TAGESLICHT

108. ZUSAMMENHÄNGENDE GEBÄUDE

109. LANGES SCHMALES HAUS

110. HAUPTEINGANG

111. HALBVERSTECKTER GARTEN

112. ZONE VOR DEM EINGANG

113. VERBINDUNG ZUM AUTO

114. HIERARCHIE VON AUSSENRÄUMEN

115. BELEBTE INNENHÖFE

116. DACHKASKADE

117. SCHÜTZENDES DACH

118. DACHGARTEN

119. ARKADEN

120. WEGE UND ZIELE

121. DIE FORM VON WEGEN

122. GEBÄUDEFRONTEN

123. FUSSGÄNGERDICHTE

124. AKTIVTÄTSNISCHEN

125. SITZSTUFEN

126. ETWAS FAST IN DER MITTE

127. STUFEN DER INTIMITÄT

128. SONNENLICHT IM INNEREN

129. GEMEINSCHAFTSBEREICHE IN DER MITTE

130. DER EINGANGSRAUM

131. VON RAUM ZU RAUM

132. KURZE VERBINDUNGSGÄNGE

133. DIE STIEGE ALS BÜHNE

134. DIE AUSSICHT DES MÖNCHS

135. WECHSEL VON HELL UND DUNKEL

136. BEREICH DES PAARS

137. BEREICH DER KINDER

138. SCHLAFEN NACH OSTEN

139. WOHNKÜCHE

140. PRIVATTERRASSE AN DER STRASSE

141. DAS EIGENE ZIMMER

142. MEHRERE SITZPLÄTZE

143. GRUPPE VON BETTEN

144. BADERAUM

145. ABSTELLRAUM

146. FLEXIBLE BÜROFLÄCHE

147. GEMEINSAMES ESSEN

148. KLEINE ARBEITSGRUPPEN

149. ENTGEGENKOMMENDER EMPFANG

150. EIN PLATZ ZUM WARTEN

151. KLEINE BESPRECHUNGSZIMMER

152. HALBPRIVATES BÜRO

153. VERMIETBARE RÄUME

154. HÄUSCHEN FÜR TEENAGER

155. HÄUSCHEN FÜR ALTE

156. ERFÜLLTE ARBEIT

157. WERKSTATT IM HAUS

158. OFFENE TREPPEN

159. LICHT VON ZWEI SEITEN IN JEDEM RAUM

160. DIE GEBÄUDEKANTE

161. SONNIGE STELLE

162. ABGESTUFTE NORDFRONT

163. ZIMMER IM FREIEN

164. STRASSENFENSTER

165. ÖFFNUNG ZUR STRASSE

166. DIE GALERIE RUNDHERUM

167. ZWEI-METER-BALKON

168. VERBINDUNG ZUM BODEN

169. TERRASSIERTER HANG

170. OBSTBÄUME

171. PLÄTZE UNTER BÄUMEN

172. WILDWACHSENDER GARTEN

173. GARTENMAUER

174. LAUBENWEG

175. GLASHAUS

176. SITZPLATZ IM GARTEN

177. GEMÜSEGARTEN

178. KOMPOST

179. NISCHEN

180. PLATZ AM FENSTER

181. DAS FEUER

182. ATMOSPHÄRE BEIM ESSEN

183. ABGRENZUG DES ARBEITSPLATZES

184. DER KOCHPLATZ

185. RUNDER SITZPLATZ

186. GEMEINSAMES SCHLAFEN

187. EHEBETT

188. BETTNISCHE

189. ANKLEIDEZIMMER

190. VERSCHIEDENE RAUMHÖHEN

191. FORM DES INNENRAUMS

192. FENSTER MIT BLICK AUF DIE AUSSENWELT

193. DURCHBROCHENE WAND

194. FENSTER IM INNERN

195. ANLEGEN DER STIEGE

196. TÜREN IN DEN ECKEN

197. DICKE WÄNDE

198. SCHRÄNKE ZWISCHEN RÄUMEN

199. SONNIGE ARBEITSFLÄCHE

200. OFFENE REGALE

201. BORD IN HÜFTHÖHE

202. EINGEBAUTE SITZBANK

203. HÖHLEN FÜR KINDER

204. GEHEIMFACH