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100 Fußgängerstraße

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FUSSGÄNGERSTRASSE
FUSSGÄNGERSTRASSE


... die früheren Muster - PROMENADE (31), EINKAUFSSTRASSE (32) und NETZ VON FUSS- UND FAHRWEGEN (52) - erfordern alle dichte Fußgängerstraßen; ebenso REIHENHÄUSER (38), WOHNHÜGEL (39), UNIVERSITÄT ALS OFFENER MARKT (43), MARKT MIT VIELEN GESCHÄFTEN (46); innerhalb des GEBÄUDEKOMPLEXES (95) erfordert ORIENTIERUNG DURCH BEREICHE (98) dasselbe. Beim Anlegen einer Fußgängerstraße sollte man sich vergewissern, dass sie ein NETZ VON FUSS- UND FAHRWEGEN (52), ERHÖHTE GEHWEGE (55) und ORIENTIERUNG DURCH BEREICHE (98) in der Stadt bewirkt.


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Der einfache soziale Kontakt, der entsteht, wenn Leute einander auf der Straße treffen, ist eine der wesentlichsten Arten des sozialen „Klebstoffs" der Gesellschaft.


In der heutigen Gesellschaft fehlt diese Situation und damit dieser Klebstoff weitgehend, und zwar deshalb, weil so viele der. tatsächlichen Bewegungsvorgänge in Innengängen und Eingangshallen stattfinden, statt im Freien. Das liegt teilweise daran, dass die Autos die Straßen eingenommen und unwirtlich gemacht haben, und teilweise daran, dass die in Reaktion darauf gebauten Gänge dasselbe bewirken. Der Effekt ist doppelt schädlich.


Er ist schädlich, weil Eingangshallen und Gänge im Gebäudeinneren meist tot sind. Das liegt zum Teil daran, dass Innenraum nicht so öffentlich ist wie Außenraum; und zum Teil daran, dass in einem Geschoßbau die Verkehrsdichte auf jedem Gang geringer ist als auf einem öffentlichen Weg im Freien. Es ist daher unangenehm, sogar zermürbend, sie zu benützen; die Leute darin befinden sich nicht in einem Zustand, soziale Kontakte herzustellen oder darauf einzugehen.


Um den durch Verkehr gegebenen sozialen Kontakt in der Öffentlichkeit so weit wie möglich wieder herzustellen, muss der Verkehr zwischen Räumen, Büros, Abteilungen, Gebäuden tatsächlich im Freien stattfinden, auf gedeckten Wegen, in Arkaden, Gassen, Straßen, die wirklich öffentlich und von den Autos getrennt sind. Einzelne Gebäudeflügel, kleine Gebäude, Abteilungen müssen wo immer möglich eigene Eingänge haben sodass die Zahl der Eingänge an der Straße zunimmt und wieder Leben in die Straße kommt.


Kurz, die Lösung der zwei erwähnten Probleme - die von Autos beeinträchtigten Straßen und die leeren Gänge - ist die Fußgängerstraße. Fußgängerstraßen werden sowohl benützt, um von Auto, Bus oder Bahn zum Zielort zu kommen, als auch als direkte Verbindung zwischen Wohnungen, Geschäften, Büros, Behörden und Schulen.


Um richtig zu funktionieren, brauchen Fußgängerstraßen zwei bestimmte Eigenschaften. Erstens natürlich keine Autos: aber häufige Kreuzungen mit Verkehrsstraßen, siehe NETZ VON FUSS- UND FAHRWEGEN (52): Lieferungen und andere Tätigkeiten, für die Autos und Lastwagen in die Fußgängerstraßen einfahren müssen, können auf die frühen Morgenstunden beschränkt werden, wenn die Straßen verlassen sind. Zweitens muss die Planung von Gebäuden entlang Fußgängerstraßen soweit wie möglich auf innere Stiegen, Gänge und Vorhallen verzichten, damit möglichst viel Verkehr im Freien bleibt. Es entsteht eine Straße, die gesäumt ist von Treppen, die von den oberen Räumen und Büros direkt herunterführen, und von vielen, vielen Eingängen, die die Straße zusätzlich beleben.

Schließlich sollte man darauf hinweisen, dass die angenehmsten Fußgängerstraßen jene sind, deren Breite die Höhe der umliegenden Gebäude nicht übersteigt. (Siehe „Vehicle free zones in city centers", International Brief Nr.16, U. S. Depaitment of Housing and Urban Development, Office of International Affairs, Juni 1972.)


Illustration aus „A Pattern Language“
Illustration aus „A Pattern Language“



Daraus folgt:


Leg Gebäude so an, dass sie Fußgängerstraßen bilden: mit vielen Eingängen und offenen, direkt von der oberen Stockwerken zur Straße führenden Treppen, so dass auch Wege zwischen einzelnen Räumen nicht nur zwischen Gebäuden - im Freien zurückgelegt werden.


Illustration aus „A Pattern Language“
Illustration aus „A Pattern Language“


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Die Straße wird keinesfalls funktionieren, wenn ihre Gesamtfläche nicht so klein ist, dass sie von den Fußgängern gefüllt wird - FUSSGÄNGERDICHTE (123). Leg entlang der Straße häufig Eingänge und offene Treppen an; vermeid innere Gänge, um die Leute herauszubringen; diese Eingänge sollten eine gewisse Zusammengehörigkeit haben und als System betrachtet werden können - FAMILIE VON EINGÄNGEN (102), OFFENE TREPPEN (158); die Leute sollten Innen- und Außenräume mit Blick auf die Straße haben - PRIVATTERRASSE AN DER STRASSE (140), STRASSENFENSTER (164), ÖFFNUNG ZUR STRASSE (165), DIE GALERIE RUNDHERUM (166), ZWEI-METER-BALKON (167); und die Straße sollte eine raumbildende Form haben - ARKADEN (119), DIE FORM VON WEGEN (121)

Muster: Gebäude


95. GEBÄUDEKOMPLEX

96. ANZAHL DER STOCKWERKE

97. ABGESCHIRMTES PARKEN

98. ORIENTIERUNG DURCH BEREICHE

99. HAUPTGEBÄUDE

100. FUSSGÄNGERSTRASSE

101. PASSAGE DURCHS GEBÄUDE

102. FAMILIE VON EINGÄNGEN

103. KLEINE PARKPLÄTZE

104. VERBESSERUNG DES BAUPLATZES

105. AUSSENRAUM NACH SÜDEN

106. POSITIVER AUSSENRAUM

107. GEBÄUDEFLÜGEL MIT TAGESLICHT

108. ZUSAMMENHÄNGENDE GEBÄUDE

109. LANGES SCHMALES HAUS

110. HAUPTEINGANG

111. HALBVERSTECKTER GARTEN

112. ZONE VOR DEM EINGANG

113. VERBINDUNG ZUM AUTO

114. HIERARCHIE VON AUSSENRÄUMEN

115. BELEBTE INNENHÖFE

116. DACHKASKADE

117. SCHÜTZENDES DACH

118. DACHGARTEN

119. ARKADEN

120. WEGE UND ZIELE

121. DIE FORM VON WEGEN

122. GEBÄUDEFRONTEN

123. FUSSGÄNGERDICHTE

124. AKTIVTÄTSNISCHEN

125. SITZSTUFEN

126. ETWAS FAST IN DER MITTE

127. STUFEN DER INTIMITÄT

128. SONNENLICHT IM INNEREN

129. GEMEINSCHAFTSBEREICHE IN DER MITTE

130. DER EINGANGSRAUM

131. VON RAUM ZU RAUM

132. KURZE VERBINDUNGSGÄNGE

133. DIE STIEGE ALS BÜHNE

134. DIE AUSSICHT DES MÖNCHS

135. WECHSEL VON HELL UND DUNKEL

136. BEREICH DES PAARS

137. BEREICH DER KINDER

138. SCHLAFEN NACH OSTEN

139. WOHNKÜCHE

140. PRIVATTERRASSE AN DER STRASSE

141. DAS EIGENE ZIMMER

142. MEHRERE SITZPLÄTZE

143. GRUPPE VON BETTEN

144. BADERAUM

145. ABSTELLRAUM

146. FLEXIBLE BÜROFLÄCHE

147. GEMEINSAMES ESSEN

148. KLEINE ARBEITSGRUPPEN

149. ENTGEGENKOMMENDER EMPFANG

150. EIN PLATZ ZUM WARTEN

151. KLEINE BESPRECHUNGSZIMMER

152. HALBPRIVATES BÜRO

153. VERMIETBARE RÄUME

154. HÄUSCHEN FÜR TEENAGER

155. HÄUSCHEN FÜR ALTE

156. ERFÜLLTE ARBEIT

157. WERKSTATT IM HAUS

158. OFFENE TREPPEN

159. LICHT VON ZWEI SEITEN IN JEDEM RAUM

160. DIE GEBÄUDEKANTE

161. SONNIGE STELLE

162. ABGESTUFTE NORDFRONT

163. ZIMMER IM FREIEN

164. STRASSENFENSTER

165. ÖFFNUNG ZUR STRASSE

166. DIE GALERIE RUNDHERUM

167. ZWEI-METER-BALKON

168. VERBINDUNG ZUM BODEN

169. TERRASSIERTER HANG

170. OBSTBÄUME

171. PLÄTZE UNTER BÄUMEN

172. WILDWACHSENDER GARTEN

173. GARTENMAUER

174. LAUBENWEG

175. GLASHAUS

176. SITZPLATZ IM GARTEN

177. GEMÜSEGARTEN

178. KOMPOST

179. NISCHEN

180. PLATZ AM FENSTER

181. DAS FEUER

182. ATMOSPHÄRE BEIM ESSEN

183. ABGRENZUG DES ARBEITSPLATZES

184. DER KOCHPLATZ

185. RUNDER SITZPLATZ

186. GEMEINSAMES SCHLAFEN

187. EHEBETT

188. BETTNISCHE

189. ANKLEIDEZIMMER

190. VERSCHIEDENE RAUMHÖHEN

191. FORM DES INNENRAUMS

192. FENSTER MIT BLICK AUF DIE AUSSENWELT

193. DURCHBROCHENE WAND

194. FENSTER IM INNERN

195. ANLEGEN DER STIEGE

196. TÜREN IN DEN ECKEN

197. DICKE WÄNDE

198. SCHRÄNKE ZWISCHEN RÄUMEN

199. SONNIGE ARBEITSFLÄCHE

200. OFFENE REGALE

201. BORD IN HÜFTHÖHE

202. EINGEBAUTE SITZBANK

203. HÖHLEN FÜR KINDER

204. GEHEIMFACH