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12 Gemeinde von 7000

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GEMEINDE VON 7000
Foto aus „A Pattern Language“


... das MOSAIK AUS SUBKULTUREN (8) besteht aus einer Vielzahl großer und kleiner selbst verwalteter Gemeinden und Nachbarschaften. Mit der Gemeinde von 7000 lässt sich die Struktur der großen Gemeinden definieren.


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Individuen haben in einer Gemeinde von über 5000-10.000 Personen keine wirksame Stimme.


Zwei verschiedene Notwendigkeiten steuern die Bevölkerungsverteilung in einer Region: Einerseits zieht es die Leute in die Städte: zur Zivilisation, zu Arbeitsplätzen, zur Bildung, zum Wirtschaftswachstum, zur Information. Andererseits kann sich die Region als soziales und ökologisches Ganzes nicht wirklich aufrechterhalten, wenn nicht ihre Einwohner gut über das Gebiet verteilt sind und in verschiedenen Siedlungsformen leben - Bauernhöfe, Dörfer, Städte und Großstädte - und jede Siedlung das sie umgebende Land pflegt. Die Industriegesellschaft ist bis jetzt nur der ersten dieser Notwendigkeiten gefolgt. Die Menschen verlassen die Höfe, die Städtchen und die Dörfer und drängen sich in die Großstädte; dabei hinterlassen sie weite Teile der Region in entvölkertem und verwahrlostem Zustand.


Die Leute haben nur dann einen echten Einfluss auf die lokale Verwaltung, wenn deren Einheiten autonome, selbst verwaltete Gemeinden mit eigenem Budget sind. Sie müssen klein genug sein, damit eine direkte Verbindung zwischen dem Mann auf der Straße und seinen lokalen Beamten und gewählten Vertretern möglich ist.


Das ist ein alter Gedanke. Er war das Modell der Demokratie im Athen des 3. und 4. Jahrhunderts v. ehr.; er war Jeffersons Plan für die amerikanische Demokratie; er war der Weg, den Konfuzius in seinem Buch über das Regieren, Die große Lehre, einschlug.

Für diese Menschen bedeutete es eine befriedigende Erfahrung, selbst die politische Macht in lokalen Angelegenheiten auszuüben. Sophokles schrieb, das Leben wäre unerträglich, hätte man nicht die Freiheit, in der kleinen Gemeinde in Aktion zu treten. Und diese Erfahrung wurde nicht nur an sich als gut betrachtet, sondern auch als der einzige Weg, die Verwaltung vor Korruption zu bewahren. Jefferson wollte die Macht verteilen, nicht weil "das Volk" so einsichtig und klug war, sondern gerade weil es zum Irrtum neigte und es daher gefährlich war, die Macht einigen wenigen zu übertragen, die unweigerlich große Fehler machen würden. "Teil das Land in Bezirke", war sein Wahlkampfslogan. Die Fehler würden überblickbar werden; die Menschen würden Erfahrungen sammeln und Fortschritte machen.


Heute ist die Distanz zwischen den Menschen und den Machtzentren, von denen sie verwaltet werden, gewaltig - sowohl psychologisch wie geographisch. Milton Kotler, ein Anhänger Jeffersons, hat diese Erfahrungen beschrieben:

Die Vorgänge der Stadtverwaltung sind für den Bürger unsichtbar. Er sieht kaum einen Hinweis auf ihre menschlichen Komponenten, fühlt aber den stechenden Schmerz der Besteuerung. Je armseliger die öffentlichen Dienstleistungen, desto nachdrücklicher gibt er seine Wunsche und Bedürfnisse zu erkennen. Aber diese Äußerungen der Not bleiben in der Luft hängen, denn die Verwaltung scheint seinee Bedürfnisse gar nicht wahrzunehmen. Diese Trennung zwischen Bürger und Verwaltung ist das politische Hauptproblem der Stadtverwaltung, da sie die Dynamik bürgerlicher Unruhe mit sich bringt. ... (Milton Kotler, Neighborhood Foundations, Memorandum Nt. 24; ,,Nighborhood corporations and the reorgamzation of city government", unveröffentlichtes Manuskript, August 1967.)


Die bauliche Umwelt, wie sie derzeit bestellt ist, fördert und erhält die Trennung zwischen Bürgern und Verwaltung auf zwei Arten. Erstens ist die politische Gemeinde so groß, dass ihre Mitglieder allein durch ihre Zahl von ihren Führern getrennt sind. Zweitens ist die Regierung unsichtbar, befindet sich physisch außerhalb des täglichen Lebens der meisten Bürger. Solange diese beiden Bedingungen nicht geändert werden, ist eine Überwindung der politischen Entfremdung nicht zu erwarten.


1. Die Größe der politischen Gemeinschaften. Offensichtlich ist die Distanz zwischen dem durchschnittlichen Bürger und den Spitzen der Regierung umso größer, je größer die Gemeinde ist. Ausgehend von Städten wie Athen in ihrer Blütezeit hat Paul Goodman eine Faustregel aufgestellt: dass kein Burger weiter als über zwei Freunde vom höchsten Mitglied der Gemeinde entfernt sein soll. Nehmen wir an, dass jeder ungefähr zwölf Personen in seiner Gemeinde kennt. Diese Annahme und Goodmans Regel ergibt eine optimale Größe für eine politische Gemeinde von 123 oder 1728 Haushalten oder rund 5500 Personen. Diese Zahl entspricht auch einer alten Schätzung der Chicago School, die auf 5000 kam. Und es ist dieselbe Größenordnung wie die von ECCO, der von Kotler beschriebenen Vereinigung von Nachbarschaften in Columbus, Ohio, mit 6000 und 7000 (Committee on Government Operations, U.S. Senate, 89th Congress, Second Session, Part 9, Dezember 1966).


Die Herausgeber des Ecologist haben eine ähnliche. Ansicht über die richtige Größe von lokalen Verwaitungseinheiten (sIehe ihr Blueprint for Survival, Penguin Books, 1972, S.50-55). Und Terence Lee beweist in seiner Studie "Urban neighborhood as a sodo-spatial schema", Ekistics 177, August 1970, die räumliche Bedeutung der Gemeinde. Lee gibt die Zahl von 30 ha als die natürliche Größe einer Gemeinde an. Bei 60 Personen/ha würde eine solche Gemeinde ca. 2000 Personen aufnehmen; bei 150 Personen/ha etwa 4500.


2. Der sichtbare Standort der Lokalverwaltung. Auch wenn lokale Zweige der Verwaltung 'funktionell dezentralisiert sind, sind sie oft immer noch räumlich zentralisiert, versteckt in riesigen Verwaltungsgebäuden der Stadt oder des Landes, außerhalb des täglichen Lebensbereichs. Diese wirken einschüchternd und entfremdend. Man muss erreichen, dass jeder sich mit seinen Vorschlägen und Beschwerden in seiner Lokalverwaltung am richtigen Ort fühlt. Eine Person muss sie als ihr Forum empfinden, und zwar direkt, sodass sie jemand Zuständigen anrufen und ihn persönlich innerhalb von ein oder zwei Tagen sprechen kann.


Dazu muss das lokale Forum an gut sichtbarer und zugänglicher Stelle sein. Es könnte zum Beispiel am belebtesten Marktplatz jeder Gemeinde von 5000 - 7000 Einwohnern liegen. Diese Möglichkeit behandeln wir genauer unter LOKALES RATHAUS (44), wir betonen sie aber hier, da die Einrichtung eines politischen "Herzens", eines politischen Schwerpunkts ein wesentlicher Bestandteil einer politischen Gemeinde ist.


Gemeindetreffen von einigen Tausend.

Gemeindetreffen von einigen Tausend.



Daraus folgt:


Dezentralisiere die Stadtverwaltungen in einer Weise, dass die lokale Kontrolle in der Hand von Gemeinden von 5000 - 10.000 Personen ist. Benütz womöglich natürliche geographische und historische Grenzen zur Bestimmung dieser Gemeinden. Gib jeder Gemeinde die Macht, die sie betreffenden Angelegenheiten zu behandeln, zu entscheiden und durchzuführen: Flächenwidmung, Wohnbau, Erhaltung der Anlagen, Straßen, Parkanlagen, Polizei, Schulen, Fürsorge, Nachbarschaftsdienste.


Eine Muster Sprache - 12 GEMEINDE VON 7000.jpg


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Trenn die Gemeinden voneinander durch physische Grenzbereiche - SUBKULTUR-GRENZE (13); unterteile jede Gemeinde in 10-20 unabhängige Nachbarschaften, jede mit einem Vertreter im Gemeinderat - IDENTIFIZIERBARE NACHBARSCHAFT (14); sieh einen zentralen Platz vor, wo die Leute zusammenkommen können - EXZENTRISCHER KERN (28), PROMENADE (31); und stell auf diesem zentralen Platz ein lokales Rathaus zur Verfügung, als Sammelpunkt der politischen Aktivität der Gemeinde - LOKALES RATHAUS (44) ...

Muster: Städte


1 UNABHÄNGIGE REGIONEN

2 DIE VERTEILUNG DER STÄDTE

3 STADT-LAND-FINGER

4 LANDWIRTSCHAFTSTÄLER

5 MASCHENNETZ VON LANDSTRASSEN

6 KLEINSTÄDTE

7 DAS LAND

8 MOSAIK AUS SUBKULTUREN

9 STREUUNG DER ARBEITSSTÄTTEN

10 DER ZAUBER DER STADT

11 LOKALVERKEHRSZONEN

12 GEMEINDE VON 7000

13 SUBKULTUR-GRENZE

14 IDENTIFIZIERBARE NACHBARSCHAFT

15 NACHBARSCHAFTSGRENZE

16 ÖFFENTLICHES VERKEHRSNETZ

17 RINGSTRASSEN

18 NETZWERK DES LERNENS

19 NETZ DER NAHVERSORGUNG

20 MINI-BUSSE

21 HÖCHSTENS VIER GESCHOSSE

22 NEUN PROZENT PARKPLÄTZE

23 PARALLELE STRASSEN

24 HEILIGE STÄTTEN

25 ZUGANG ZUM WASSER

26 LEBENSZYKLUS

27 MÄNNER UND FRAUEN

28 EXZENTRISCHER KERN

29 RINGE VERSCHIEDENER DICHTE

30 KNOTEN DER AKTIVITÄT

31 PROMENADE

32 EINKAUFSSTRASSE

33 NACHTLEBEN

34 UMSTEIGESTELLE

35 MISCHUNG DER HAUSHALTE

36 ABSTUFUNGEN DER ÖFFENTLICHKEIT

37 HAUSGRUPPE

38 REIHENHÄUSER

39 WOHNHÜGEL

40 ÜBERALL ALTE MENSCHEN

41 GEMEINSCHAFT VON ARBEITSSTÄTTEN

42 INDUSTRIEBAND

43 UNIVERSITÄT ALS OFFENER MARKT

44 LOKALES RATHAUS

45 KRANZ VON GEMEINSCHAFTSPROJEKTEN

46 MARKT MIT VIELEN GESCHÄFTEN

47 GESUNDHEITSZENTRUM

48 WOHNEN DAZWISCHEN

49 ÖRTLICHE STRASSEN IN SCHLEIFEN

50 T-KREUZUNGEN

51 GRÜNE STRASSEN

52 NETZ VON FUSS- UND FAHRWEGEN

53 HAUPTORTE

54 STRASSENÜBERQUERUNG

55 ERHÖHTER GEHWEG

56 RADWEGE UND STÄNDER

57 KINDER IN DER STADT

58 VERGNÜGUNGSPARK

59 RUHIGE HINTERSEITEN

60 ERREICHBARE GRÜNFLÄCHE

61 KLEINE PLÄTZE

62 AUSSICHTSPUNKTE

63 TANZEN AUF DER STRASSE

64 TEICHE UND BÄCHE

65 GEBÄRHÄUSER

66 GEHEILIGTER BODEN

67 GEMEINSCHAFTSFLÄCHEN

68 SPIELEN MIT ANDEREN KINDERN

69 ÖFFENTLICHES ZIMMER IM FREIEN

70 GRABSTÄTTEN

71 STEHENDES WASSER

72 LOKALER SPORT

73 ABENTEUERSPIELPLATZ

74 TIERE

75 DIE FAMILIE

76 HAUS FÜR EINE KLEINFAMILIE

77 HAUS FÜR EIN PAAR

78 HAUS FÜR EINE PERSON

79 DAS EIGENE HEIM

80 SELBSTVERWALTETE WERKSTÄTTEN UND BÜROS

81 KLEINE UNBÜROKRATISCHE DIENSTLEISTUNGEN

82 VERBINDUNG ZWISCHEN BÜROS

83 MEISTER UND LEHRLINGE

84 TEENAGER-GESELLSCHAFT

85 LADENSCHULEN

86 KINDERHAUS

87 GESCHÄFTE IN PRIVATBESITZ

88 STRASSENCAFE

89 LEBENSMITTELGESCHÄFT AN DER ECKE

90 BIERHALLE

91 GASTHOF

92 BUSHALTESTELLE

93 IMBISSSTÄNDE

94 SCHLAFEN IN DER ÖFFENTLICHKEIT