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171 Plätze unter Bäumen

Aus Pattern Language Wiki

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PLÄTZE UNTER BÄUMEN
PLÄTZE UNTER BÄUMEN


... Bäume sind etwas Kostbares. Bewahre sie. Lass sie unversehrt. Wenn nach der VERBESSERUNG DES BAUPLATZES (104) vorgegangen worden ist, ist bereits dafür gesorgt, dass die Bäume intakt und von der neuen Konstruktion unversehrt bleiben; vielleicht sind schon OBSTBÄUME (170) angepflanzt; und vielleicht ist noch an weitere Bäume gedacht. Das folgende Muster betont noch einmal, wie wichtig es ist, Bäume intakt zu lassen, und zeigt, wie man sie pflanzt und pflegt und wie man um sie herum Räume schafft, die als Erweiterungen des Gebäudes dienen.


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Wenn Bäume ohne Rücksicht auf die besonderen Orte, die sie schaffen, gepflanzt und beschnitten werden, sind sie für die Leute so gut wie tot.


Bäume haben für Menschen eine sehr große und entscheidende Bedeutung. Alte Bäume haben eine archetypische Bedeutung; in unseren Träumen stehen sie oft für die Gesamtheit einer Persönlichkeit: „Da... dieser seelische Wachstumsprozess nicht absichtlich „gemacht" werden kann, sondern etwas Naturgegebenes ist, wird er vom Unbewussten oft durch das Bild des Baumes symbolisiert, dessen langsames Wachstum einem individuellen Muster folgt." (M. L. von Franz, "Der Individuationsprozeß", in C. G. Jung, Der Mensch und, seine Symbole, Olten: Walter, 1991, S. 161.)


Es gibt sogar Hinweise darauf, dass Bäume, zusammen mit Häusern und anderen Menschen, einen der drei grundlegenden Faktoren der menschlichen Umwelt bilden. Bei der von dem Psychologen John Buck entwickelten Haus-Baum-Mensch-Methode werden die von einer Person angefertigten Zeichnungen dieser drei „Ganzheiten" als Grundlage für Projektionstests verwendet. Die Tatsache, dass in Bäume ebenso viele Bedeutungen wie in Menschen oder Häuser hineingesehen werden, ist an sich schon ein sehr starker Hinweis auf ihre Wichtigkeit (V. J. Bieliauskas, The H-T-P Research Review, Ausgabe 1965, Western Psychological Services, Los Angeles, Kalifornien, 1965; und Isaac Tolles, Catalog for the Qualitative Interpretation of the House-Tree-Person, Los Angeles: Western Psychological Services, 1964, S. 75- 97).


Die Bäume, die heutzutage in Städten und Vorstädten gepflanzt und umgepflanzt werden, befriedigen das Verlangen der Menschen nach Bäumen aber zum Großteil nicht. Sie schaffen nie eine schöne, friedvolle Atmosphäre, weil beim Pflanzen und bei den Gebäuden rundherum nicht an die Orte, die dadurch geschaffen werden, gedacht wird.


Die Leute bevorzugen Bäume, die soziale Orte schaffen; Orte, wo man sich aufhalten oder durchgehen kann, von denen man träumt und die man aufzeichnen kann. Mit Bäumen lassen sich verschiedene Arten von sozialen Räumen schaffen: ein Schirm wo ein einzelner Baum mit weit nach unten reichenden Zweigen, wie beispielsweise eine Eiche, einen Außenraum definiert; ein Paar - wo zwei Bäume einen Durchgang bilden; ein Hain - wo mehrere Bäume eine Gruppe bilden; ein Platz - wo sie einen offenen Raum umschließen, und eine Allee - wo eine Doppelreihe von Bäumen, deren Kronen einander berühren, einen Weg oder eine Straße säumen. Nur wenn erkannt wird, welche Möglichkeiten ein Baum zur Bildung eines Ortes bietet, kann seine Gegenwart und seine Bedeutung wirklich empfunden werden.


Bei den heute gepflanzten Bäumen ist das nicht der Fall - sie stehen in Trögen auf Parkplätzen und entlang von Straßen, in eigens „gärtnerisch gestalteten" Flächen, die man zwar sehen, aber nicht betreten kann. Sie bilden keine Orte im eigentlichen Sinn des Wortes - und deswegen bedeuten sie den Leuten nichts.

Nun besteht die große Gefahr, dass jemand, der unserer Argumentation bis zu dieser Stelle gefolgt ist, sie vielleicht so missverstehen könnte, dass Bäume von den Menschen als Mittel zum Zweck „benutzt" werden sollten. Und leider herrscht in den Städten tatsächlich genau dieser Trend, Bäume als Zweckmittel zu sehen, als etwas, das rein unserem eigenen Vergnügen dient.


Wir möchten aber genau das Gegenteil ausdrücken. Die Bäume in einer Stadt, um ein Gebäude herum, in einem Park oder einem Garten sind nicht Teil eines Waldes. Sie erfordern spezielle Behandlung. Sobald man beschließt, in einer Stadt Bäume zu haben, muss man sich auch im klaren darüber sein, dass sich der Baum ökologisch gesehen verändert. Im Wald wachsen Bäume beispielsweise an für sie günstigen Stellen: Baumdichte, Sonne, Wind und Feuchtigkeit sind für diesen Selektionsprozess ausschlaggebend. In der Stadt wächst der Baum aber, wo er gepflanzt wurde, und er wird nur überleben, wenn er äußerst sorgsam gepflegt wird - wenn er beschnitten und beobachtet wird, wenn die verletzte Rinde versorgt wird ...


Das bringt uns nun zu einer äußerst subtilen Wechselwirkung. Die Bäume werden nicht gepflegt, wenn die Stellen, an denen sie wachsen, von den Menschen nicht gern aufgesucht und benutzt werden. Pflanzt man sie aufs Geratewohl in irgendeinen Garten oder zwischen das Strauchwerk in einem Park, so sind sie nicht nah genug, damit die Leute sie bewusst wahrnehmen; und dies macht es wiederum unwahrscheinlich, dass sie die nötige Pflege erhalten.


Für uns stellt sich die komplexe Symbiose zwischen Bäumen und Menschen also folgendermaßen dar:


  1. Die Menschen brauchen Bäume - aus den oben genannten Gründen
  2. Aber wenn die Menschen Bäume pflanzen, brauchen die Bäume auch Pflege (im Gegensatz zu den Waldbäumen).
  3. Die Bäume erhalten nicht die nötige Pflege, solange sie nicht an Stellen stehen, die die Menschen gern aufsuchen.
  4. Das wiederum bedingt, dass die Bäume soziale Räume bilden.
  5. Bilden die Bäume erst einmal soziale Räume, können sie auch ganz natürlich wachsen.


Wir sehen also, dass Bäume - durch eine seltsame Verkettung der Umständen - in Städten nur dann richtig und ihrer Natur entsprechend wachsen können, wenn sie mit den Menschen eng verbunden sind und Räume bilden, die die Menschen in Anspruch nehmen.



Daraus folgt:


Pflanz die Bäume entsprechend ihrer Beschaffenheit, so dass sie Umschließungen, Alleen, Plätze und Haine bilden oder sich in Form eines einzelnen Baums nahe


Illustration aus „A Pattern Language“
Illustration aus „A Pattern Language“


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Lass die Bäume „Zimmer" und Räume, Alleen, Plätze und Gruppen bilden, indem du zwischen den Bäumen, Wegen und Sitzgelegenheiten unter den Bäumen Pergolen anlegst - ZIMMER IM FREIEN (163), LAUBENWEG (174), SITZPLATZ IM GARTEN (176), PLÄTZE ZUM SITZEN (241). Eine der schönsten Formen, eine Stelle neben dem Baum anzulegen, besteht darin, eine niedrige Mauer zu bauen, welche die Wurzeln schützt und einen Sitzplatz bildet - SITZMAUER (243)

Muster: Gebäude


95. GEBÄUDEKOMPLEX

96. ANZAHL DER STOCKWERKE

97. ABGESCHIRMTES PARKEN

98. ORIENTIERUNG DURCH BEREICHE

99. HAUPTGEBÄUDE

100. FUSSGÄNGERSTRASSE

101. PASSAGE DURCHS GEBÄUDE

102. FAMILIE VON EINGÄNGEN

103. KLEINE PARKPLÄTZE

104. VERBESSERUNG DES BAUPLATZES

105. AUSSENRAUM NACH SÜDEN

106. POSITIVER AUSSENRAUM

107. GEBÄUDEFLÜGEL MIT TAGESLICHT

108. ZUSAMMENHÄNGENDE GEBÄUDE

109. LANGES SCHMALES HAUS

110. HAUPTEINGANG

111. HALBVERSTECKTER GARTEN

112. ZONE VOR DEM EINGANG

113. VERBINDUNG ZUM AUTO

114. HIERARCHIE VON AUSSENRÄUMEN

115. BELEBTE INNENHÖFE

116. DACHKASKADE

117. SCHÜTZENDES DACH

118. DACHGARTEN

119. ARKADEN

120. WEGE UND ZIELE

121. DIE FORM VON WEGEN

122. GEBÄUDEFRONTEN

123. FUSSGÄNGERDICHTE

124. AKTIVTÄTSNISCHEN

125. SITZSTUFEN

126. ETWAS FAST IN DER MITTE

127. STUFEN DER INTIMITÄT

128. SONNENLICHT IM INNEREN

129. GEMEINSCHAFTSBEREICHE IN DER MITTE

130. DER EINGANGSRAUM

131. VON RAUM ZU RAUM

132. KURZE VERBINDUNGSGÄNGE

133. DIE STIEGE ALS BÜHNE

134. DIE AUSSICHT DES MÖNCHS

135. WECHSEL VON HELL UND DUNKEL

136. BEREICH DES PAARS

137. BEREICH DER KINDER

138. SCHLAFEN NACH OSTEN

139. WOHNKÜCHE

140. PRIVATTERRASSE AN DER STRASSE

141. DAS EIGENE ZIMMER

142. MEHRERE SITZPLÄTZE

143. GRUPPE VON BETTEN

144. BADERAUM

145. ABSTELLRAUM

146. FLEXIBLE BÜROFLÄCHE

147. GEMEINSAMES ESSEN

148. KLEINE ARBEITSGRUPPEN

149. ENTGEGENKOMMENDER EMPFANG

150. EIN PLATZ ZUM WARTEN

151. KLEINE BESPRECHUNGSZIMMER

152. HALBPRIVATES BÜRO

153. VERMIETBARE RÄUME

154. HÄUSCHEN FÜR TEENAGER

155. HÄUSCHEN FÜR ALTE

156. ERFÜLLTE ARBEIT

157. WERKSTATT IM HAUS

158. OFFENE TREPPEN

159. LICHT VON ZWEI SEITEN IN JEDEM RAUM

160. DIE GEBÄUDEKANTE

161. SONNIGE STELLE

162. ABGESTUFTE NORDFRONT

163. ZIMMER IM FREIEN

164. STRASSENFENSTER

165. ÖFFNUNG ZUR STRASSE

166. DIE GALERIE RUNDHERUM

167. ZWEI-METER-BALKON

168. VERBINDUNG ZUM BODEN

169. TERRASSIERTER HANG

170. OBSTBÄUME

171. PLÄTZE UNTER BÄUMEN

172. WILDWACHSENDER GARTEN

173. GARTENMAUER

174. LAUBENWEG

175. GLASHAUS

176. SITZPLATZ IM GARTEN

177. GEMÜSEGARTEN

178. KOMPOST

179. NISCHEN

180. PLATZ AM FENSTER

181. DAS FEUER

182. ATMOSPHÄRE BEIM ESSEN

183. ABGRENZUG DES ARBEITSPLATZES

184. DER KOCHPLATZ

185. RUNDER SITZPLATZ

186. GEMEINSAMES SCHLAFEN

187. EHEBETT

188. BETTNISCHE

189. ANKLEIDEZIMMER

190. VERSCHIEDENE RAUMHÖHEN

191. FORM DES INNENRAUMS

192. FENSTER MIT BLICK AUF DIE AUSSENWELT

193. DURCHBROCHENE WAND

194. FENSTER IM INNERN

195. ANLEGEN DER STIEGE

196. TÜREN IN DEN ECKEN

197. DICKE WÄNDE

198. SCHRÄNKE ZWISCHEN RÄUMEN

199. SONNIGE ARBEITSFLÄCHE

200. OFFENE REGALE

201. BORD IN HÜFTHÖHE

202. EINGEBAUTE SITZBANK

203. HÖHLEN FÜR KINDER

204. GEHEIMFACH