Aktionen

56 Radwege und Ständer

Aus Pattern Language Wiki

(Weitergeleitet von Radwege und Ständer)
RADWEGE UND STÄNDER
RADWEGE UND STÄNDER


... innerhalb einer LOKALVERKEHRSZONE (11) konzentrieren 'sich kleine Fahrzeuge wie Fahrräder, Elektrokarren, vielleicht sogar Pferde, die ein System von Radwegen brauchen. Die Radwege spielen eine wichtige Rolle beim Entstehen der Lokalverkehrszonen und tragen auch zur Ausbildung der ÖRTLICHEN STRASSEN IN SCHLEIFEN (49) und des NETZES VON FUSS- UND FAHRWEGEN (52) bei.


❖ ❖ ❖


Fahrräder sind billig, gesund und gut für die Umwelt; aber die Umwelt ist nicht für sie eingerichtet. Fahrräder auf Straßen werden von Autos gefährdet; Fahrräder auf Wegen gefährden Fußgänger.


Um die Umwelt sicher für Fahrräder zu machen, müssen folgende Probleme gelöst werden:

  1. Fahrräder sind gefährdet, wo sie auf starken Autoverkehr treffen oder ihn kreuzen.

  2. Sie sind auch durch geparkte Autos gefährdet. Geparkte Autos erschweren es dem Radfahrer, andere Leute zu sehen, und sie erschweren es anderen Leuten, ihn zu sehen. Noch dazu muss der Radfahrer gewöhnlich nahe an geparkten Autos fahren und ist ständig in Gefahr, dass jemand vor ihm eine Autotür aufmacht.

  3. Fahrräder gefährden Fußgänger auf Fußgängerwegen; es ist aber oft naheliegend, mit dem Rad auf Fußgängerwegen statt auf Straßen zu fahren, weil das die kürzesten Wege sind.

  4. Durch starken Radverkehr — etwa um Schulen und Universitäten — kann eine Fußgängerzone genauso zugrunde gelichtet werden wie durch Autos.


Eine einleuchtende Lösung dieser Probleme wäre die Schaffung eines völlig unabhängigen Systems von Radwegen. Es ist aber zu bezweifeln, ob das eine gangbare oder wünschenswerte Lösung ist. Die Studie „Students an Wheels" (Jany, Putney und Ritter, Department of Landscape Architecture, University of Oregon, Eugene, Oregon, 1972) zeigt, daß Radfahrer und Nicht-Radfahrer ein gemischtes System vorziehen, wenn es einigermaßen sicher ist.


Auch wir glauben, dass Radwege im wesentlichen auf Straßen und entlang Fußgängerwegen verlaufen sollen: wenn Fahrräder auf ein separates System gezwungen werden, wird es mit Sicherheit durch Abkürzer über andere Wegenetze missachtet werden. Und Gesetze, die Fahrräder vollständig von Straßen.- und Wegesystemen fernhalten wollten, würden eine Entmutigung für das ohnehin beeinträchtigte Radfahren darstellen. Wo immer es also möglich ist, sollten Radwege mit Straßen und Hauptfußgängerwegen zusammenfallen.


Wo Radwege mit Hauptstraßen zusammenfallen, müssen sie von der Fahrbahn getrennt werden. Die Lage des Radfahrers ist schon sicherer, wenn der Radweg gegenüber der Straße etwas erhöht oder durch eine Baumreihe getrennt ist.


Wo Radwege entlang lokaler Straßen laufen, sollte auf der betreffenden Seite nicht geparkt werden; die Oberfläche des Radweges kann auf gleicher Höhe und einfach Teil der Straße sein. Ein Artikel von Bascome im Oregon Daily Emerald (Oktober 1971) schlug vor, dass Radwege an Straßen immer auf der. sonnigen Straßenseite liegen sollten.


Wo Radwege mit Hauptfußgängerwegen zusammenfallen, sollten sie von diesen getrennt sein, vielleicht gegenüber den Fußgängern eine Stufe tieferliegend. Hier würde der Höhenunterschied dem Fußgänger ein Gefühl der Sicherheit gegenüber den Fahrrädern geben.


Ruhige Wege und bestimmte Fußgängerzonen sollten von Fahrrädern ebenso vollständig befreit sein wie von Autos, und zwar aus denselben Gründen. Das kann erreicht werden, inE, dem das Radwegsystem diese Orte umfährt oder indem diese Orte von Stufen oder niedrigen Mauern umgeben sind, die Radfahrer zum Absteigen und Schieben zwingen.



Daraus folgt:


Errichte ein Wegenetz, das für Radfahrer bestimmt. ist, mit folgenden Eigenschaften: die Radwege sind eindeutig durch eine besondere, leicht erkennbare Oberfläche gekennzeichnet (z. B. roter Asphalt). Soweit möglich verlaufen sie entlang örtlicher Straßen oder entlang von Hauptfußgängerwegen. Entlang einer örtlichen Straße kann der Radweg im Niveau der Straße verlaufen - wenn möglich auf der sonnigen Seite; entlang eines Hauptfußgängerweges trenn den Radweg ab und leg ihn eine Stufe tiefer. Führ das Radwegsystem bis höchstens 30 m von jedem Gebäude entfernt und versorge jedes Gebäude mit einem Radständer in der Nähe des Haupteingangs.


Illustration aus „A Pattern Language“
Illustration aus „A Pattern Language“


❖ ❖ ❖


Ordne die Fahrradständer auf einer Seite des Haupteingangs an, sodass die Räder nicht die natürliche Bewegung zum und vom Gebäude behindern — HAUPTEINGANG (110); versieh sie und den Weg von den Ständern zum Eingang mit einem Schutzdach — ARKADEN (119); halt die Räder von ruhigen Wegen und ruhigen Gärten fern — RUHIGE HINTERSEITEN (59), GARTENMAUER (173)

Muster: Städte


1 UNABHÄNGIGE REGIONEN

2 DIE VERTEILUNG DER STÄDTE

3 STADT-LAND-FINGER

4 LANDWIRTSCHAFTSTÄLER

5 MASCHENNETZ VON LANDSTRASSEN

6 KLEINSTÄDTE

7 DAS LAND

8 MOSAIK AUS SUBKULTUREN

9 STREUUNG DER ARBEITSSTÄTTEN

10 DER ZAUBER DER STADT

11 LOKALVERKEHRSZONEN

12 GEMEINDE VON 7000

13 SUBKULTUR-GRENZE

14 IDENTIFIZIERBARE NACHBARSCHAFT

15 NACHBARSCHAFTSGRENZE

16 ÖFFENTLICHES VERKEHRSNETZ

17 RINGSTRASSEN

18 NETZWERK DES LERNENS

19 NETZ DER NAHVERSORGUNG

20 MINI-BUSSE

21 HÖCHSTENS VIER GESCHOSSE

22 NEUN PROZENT PARKPLÄTZE

23 PARALLELE STRASSEN

24 HEILIGE STÄTTEN

25 ZUGANG ZUM WASSER

26 LEBENSZYKLUS

27 MÄNNER UND FRAUEN

28 EXZENTRISCHER KERN

29 RINGE VERSCHIEDENER DICHTE

30 KNOTEN DER AKTIVITÄT

31 PROMENADE

32 EINKAUFSSTRASSE

33 NACHTLEBEN

34 UMSTEIGESTELLE

35 MISCHUNG DER HAUSHALTE

36 ABSTUFUNGEN DER ÖFFENTLICHKEIT

37 HAUSGRUPPE

38 REIHENHÄUSER

39 WOHNHÜGEL

40 ÜBERALL ALTE MENSCHEN

41 GEMEINSCHAFT VON ARBEITSSTÄTTEN

42 INDUSTRIEBAND

43 UNIVERSITÄT ALS OFFENER MARKT

44 LOKALES RATHAUS

45 KRANZ VON GEMEINSCHAFTSPROJEKTEN

46 MARKT MIT VIELEN GESCHÄFTEN

47 GESUNDHEITSZENTRUM

48 WOHNEN DAZWISCHEN

49 ÖRTLICHE STRASSEN IN SCHLEIFEN

50 T-KREUZUNGEN

51 GRÜNE STRASSEN

52 NETZ VON FUSS- UND FAHRWEGEN

53 HAUPTORTE

54 STRASSENÜBERQUERUNG

55 ERHÖHTER GEHWEG

56 RADWEGE UND STÄNDER

57 KINDER IN DER STADT

58 VERGNÜGUNGSPARK

59 RUHIGE HINTERSEITEN

60 ERREICHBARE GRÜNFLÄCHE

61 KLEINE PLÄTZE

62 AUSSICHTSPUNKTE

63 TANZEN AUF DER STRASSE

64 TEICHE UND BÄCHE

65 GEBÄRHÄUSER

66 GEHEILIGTER BODEN

67 GEMEINSCHAFTSFLÄCHEN

68 SPIELEN MIT ANDEREN KINDERN

69 ÖFFENTLICHES ZIMMER IM FREIEN

70 GRABSTÄTTEN

71 STEHENDES WASSER

72 LOKALER SPORT

73 ABENTEUERSPIELPLATZ

74 TIERE

75 DIE FAMILIE

76 HAUS FÜR EINE KLEINFAMILIE

77 HAUS FÜR EIN PAAR

78 HAUS FÜR EINE PERSON

79 DAS EIGENE HEIM

80 SELBSTVERWALTETE WERKSTÄTTEN UND BÜROS

81 KLEINE UNBÜROKRATISCHE DIENSTLEISTUNGEN

82 VERBINDUNG ZWISCHEN BÜROS

83 MEISTER UND LEHRLINGE

84 TEENAGER-GESELLSCHAFT

85 LADENSCHULEN

86 KINDERHAUS

87 GESCHÄFTE IN PRIVATBESITZ

88 STRASSENCAFE

89 LEBENSMITTELGESCHÄFT AN DER ECKE

90 BIERHALLE

91 GASTHOF

92 BUSHALTESTELLE

93 IMBISSSTÄNDE

94 SCHLAFEN IN DER ÖFFENTLICHKEIT